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Samstag, 5. März 2011

Pünktlichkeit

Zum gestrigen Artikel über "Frust und Freude" des Taxifahrer-Alltags muß ich noch einen mit dem Untertitel "Stolz" hinzufügen...

Ich bin ja bekennender Pünktlichkeits-Fan, denn es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verabreden und dann zu spät zu kommen. Schließlich vereinbahrt man ja auch keinen Treffpunkt, um dann 5 km weiter entfernt aufzutauchen, oder? Genauso ist´s mit Kundenbestellungen. Ein Kunde bestellt kein Taxi zu einer bestimmten Uhrzeit und toleriert dann, daß wir 15 Minuten später in aller Gemütsruhe vorfahren und teilnahmslos die Achseln zucken, während er sich über die Unpünktlichkeit beschwert.

Für mich stellt jede Bestellung zu einem bestimmten Zeitpunkt gewissermaßen auch eine Herausforderung dar. Eine davon bekam ich gestern und es machte mir großen Spaß, diese anzunehmen und zu bestehen.

Der Auftrag lautete, um 9.00 Uhr eine Frau XY in der Straße YZ, Hausnummer 12, abzuholen. Zuvor möge ich doch aber noch im Krankenhaus auf Station AB vorbei sehen, dort Material abholen und im Anschluß an die Fahrt mit Frau XY weiterfahren und es in die Uni-Klinik bringen.

Die Herausforderung war die, daß es bereits 8.45 Uhr war, das Erreichen der Station AB mit etwas Laufen verbunden war und - das war das Entscheidende - ich eigentlich ganz dringend den Morgenkaffee in der Porzellanabteilung von Villeroy & Boch abgeben musste.

Mit Ruhe und Konzentration ließen sich diese 3 Punkte sicher erledigen. Nun denn, 2 Minuten Fahrt zum Krankenhaus, den Wagen ordnungsgemäß geparkt (was selten vorkommt, da freie Parkplätze dünn gestreut sind) und auf dem Weg zur Station AB hinter einer bestimmten Tür verschwinden. Im Anschluß das Material in der Station abholen.

Im flotten Schritt zurück zum Auto, Material (nur ein Umschlag mit einer CD, offensichtlich) verstaut und zügig zur Abholadresse von Frau YZ. Es war schon 8.56 Uhr. Am Krankenhaus in den Verkehr einfädeln (ohne Hupkonzert der anderen zu provozieren), an der Ampel Hamburger Str. / Berliner Str. die Abkürzung über die ESSO-Tankstelle genommen und den letzten Kilometer ohne Hindernisse zurück legen.

Als ich auf den Parkplatz vor Haus 12 fuhr, zeigte meine Bord-Uhr 8.59 Uhr und genau in diesem Momente öffnete sich die Haustür..--)).



Frau YZ stieg freundlich grüßend ein und meinte begeistert:

  • "Mein Gott, Sie sind ja pünktlicher als die Feuerwehr..--!"


Als bescheidener Kollege gab ich als Grund an, unsere Zentrale würde uns immer rechtzeitig los schicken..--))