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Freitag, 8. Juli 2011

Die Ampel

In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich mich einmal nicht einem oder mehreren Fahrgästen widmen, sondern einer schnöden, zumeist guten, technischen Einrichtung: einer Ampel. Genauer gesagt, den Fussgängerampeln der Stadt Reinbek. Ich könnte mir vorstellen, daß entsprechend verfasste Kommentare eifriger Verfechter von solchen Verkehrslichtern folgen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß sie mich in meiner täglichen Arbeit großteils ziemlich nerven.

Zu den schon vorhandenen Kreuzungsamplen gibt es in Reinbek weitere 6 Fußgängerampeln (meine mitlesenden Kollegen mögen mich korrigieren, wenn ich eine vergessen habe), deren Sinn an sich ich nicht in Frage stellen möchte. Eher z.B. ihre Betriebszeiten. Im Grunde könnten alle 6 in der Zeit zwischen 20 Uhr abends und 7 Uhr morgens abgeschalten werden. Wer um diese Zeiten in Reinbek die Straßen überqueren möchte, kann dies auch ohne solche Lichtzeichen tun, ohne Gefahr zu laufen, überfahren zu werden. Meistens reichen ein kurzer Blick nach links und rechts, selten braucht man noch weitere Zeit zu warten, um ein Auto vorbei fahren zu lassen.

In den letzten Jahren habe ich in Nachtschichten erlebt, wie Leute nachts um 2 Uhr noch den Knopf drückten. Ich frage mich oft, ob solche Menschen ein krankhaftes Sicherheitsbedürfnis oder völlig den Verstand Zuhause abgegeben haben?

Fußgängeramplen mögen den Nutzern, im Vergleich zum Zebrastreifen, ein subjektiv höheres Sicherheitsgefühl geben. Sie haben aber auch mehrere große Nachteile. Zum einen halten sie den fließenden Verkehr immer gleich lange auf, egal wieviele Personen die Straße überqueren. Ein Zebrastreifen erlaubt es den Autofahrern, nach Überquerung unmittelbar weiter zu fahren.

Zum anderen provozieren zuviele Fußgängerampeln auf Dauer sehr viele Autofahrer, noch bei Gelb Gas zu geben und kurz vor der Grünphase des Fußgängers an diesem vorbei zu rauschen. Ich habe es selbst oft beobachtet und - da möchte ich ehrlich sein - auch schon praktiziert. Irgendwann, nach dem 7. oder 8. mal anhalten, ist die Geduld erschöpft.

Um kurz eines klar zu stellen: wenn ich an einer solchen Anlage beim näher kommen Kinder oder alte Menschen sehe, fällt der kurzzeitig aufkommende Unmut auch bei mir in sich zusammen. Das sind 2 Gruppen, denen ich uneingeschränkt zubillige den Knopf zu drücken, auch bei geringem Verkehr. Keine Frage.

Nun ereignete sich gestern eine Ironie des Schicksals in der Reinbeker Bahnhofstraße. Eine offenbar ältere Dame am Steuer ihres Auto verlor die Kontrolle über selbiges und machte aus meiner "Lieblingsampel" einen Haufen SCHROTT!



Wo die Ironie liegt? In der Tatsache, daß eine Vertreterin der Altersgruppe, die diese Ampeln am meisten nutzen, sie "im vorbeifahren" zerlegt hat..--))!!

Wie ich im Kollegenkreis feststellen konnte, war die Trauer über die ausgefallene Ampel sehr gering und wir alle freuten uns wohl schon über ein paar Schichten mit flüssigerem Verkehr und weniger Rückstau auf der Bahnhofstraße.

Falsch gedacht. Man kann ja der Stadt Reinbek in Verkehrsfragen einiges vorhalten, z.B. daß witterungsbedingte Schlaglöcher erst nach mehreren harten Wintern notdürftig mit etwas Teer gefüllt werden. Oder daß sie es nicht schafft, beim Bau eines Regenwasser-Auffangbeckens ein wenig Druck auszüben und dadurch die Bauzeit zu verkürzen (wir lebten 1,5 Jahre und länger mit einer Dauerbaustelle und den damit verbundenen Verkehrsbehinderungen).

Aber wenn es darum geht, den (aus Autofahrersicht) größten Stauproduzierer zu ersetzen, dann ist man dort im Bauamt fast mit Lichtgeschwindigkeitz zu Gange...:



So sah es heute um 16.00 Uhr dort wieder aus.

Vielleicht sollte man eine "Senioren-Flash-Mob" an Reinbek´s Fußgängerampeln via Facebook organisieren..--))??

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