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Montag, 3. Oktober 2011

Einfach nur schnell

Feiertage haben ihr ganz Besonders, zumindest was das Fahren angeht. Natürlich sind auch manche Fahrgäste "besonders", aber an solchen arbeitsfreien Tagen macht das Fahren besonders viel Spaß. Und diese Freude lebte ich heute aus. In Form von Geschwindigkeit. Nicht, daß ich ein Raser wäre, aber ganz allgemein mag ich es nicht, wenn andere Autofahrer vor mir sich punktgenau an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Das bringt mich auf die Palme. Heute war keine Palme in Sicht. Heute konnte man fahren.

Hinzu kam, daß ich gestern Nachmittag noch für meinen Hauptauftraggeber eine Tour übernommen hatte. Und das Auto, das mir zur Verfügung gestellt wird (ein VW Phaeton), lädt nicht unbedingt dazu ein, mit 40 oder 50 km/h durch die Stadt zu gondeln, sondern es darf auch mal ein wenig mehr sein. Dazu macht es auch irre viel Spaß, diesen Wagen zu bewegen. Diesen Spaß übernahm ich heute ins Taxi und so kam es, daß ich bei 3 Touren eine recht hohe Durchschnittsgeschwindigkeit an den Tag legt.

Die ältere Dame, die mit ihren beiden Söhnen von Hamburg nach Barcelona fliegen wollte, merkte es als erstes. Sie hatte vorsichtshalber das Taxi 30 Minuten früher bestellt, als ihr geraten worden war.

  • "..Falls viel Verkehr ist, Sie wissen ja..!?"
Wie nett. Es ist der 3. Oktober, wir hatten 7.30 Uhr und die Straßen war leer wie Fussballplätze in der Nacht. 
  • "Wie lange werden wir brauchen?"
  • "Ach, gut 35 bis 40 Minuten."
Ungefähr 30 Minuten später bog ich auf den Flughafenzubringer ab. Ich traute meinen Augen nicht und auch die alte Dame meinte nur
  • "Huuch, wir sind ja schon da. Was mache ich denn jetzt mit der vielen Zeit?"
Ich hatte wohl Glück gehabt, daß selbst die professionellen Fotografen der Polizei um diese Zeit noch schliefen?!

Eine Tour später. Ein Herr N. aus Wentorf erwartete mich. Er wirkte etwas merkwürdig. Wie, als könne er von Haus aus nicht vernünftig sprechen oder er hatte die Nacht durchgemacht. Warum auch  immer. 
  • "Sie kennen das Ziel?" fragte er mich.
  • "Nein. Sagen Sie´s mir?!"
  • "Es geht nach Hamburg."
Ach. So präzise wollte ich es auch nicht wissen...
  • "Und wohin dort?"
  • "Rahlstedt"
  • "Gut." Wir kreisen das Gebiet langsam ein, dachte ich.
Endlich nannte er mir auch ein Straße. Die ich leider nicht kannte. 
  • "Kennen Sie den genauen Weg?"
In solchen Fällen frage ich immer, bevor ich Navi oder Straßenkarte bemühe. Oft wissen die Fahrgäste, wie man am besten fährt. Dann spare ich mir das Nachsehen, bzw. das Einstellen des Navi´s.
  • "Nein. Sie auch nicht?"
Sollte das nun ein Quiz werden? Ich zog die Karte heraus, denn oft reicht es mir zu wissen, wo die Straße zu finden ist. Den Weg dahin kenne ich dann von alleine. 
Kurz nachgesehen, gefunden, los ging´s. Als wir auf dem Weg auf seinen Wunsch hin noch eine Tankstelle ansteuerten, holte ich dann doch das Navi heraus. Man weiß ja nie, vielleicht kennt es einen noch kürzeren Weg? Das Gerät nannte mir als Ankunftszeit 9.56 Uhr. 

Als wir jedoch dort ankamen, zweifelte ich schon wieder an meinen Augen: 9.50 Uhr! Die errechnete Zeit hatte ich sage und schreibe um 6 Minuten unterboten. Auf einer Entfernung von gut 10 km!? Was war denn heute los? Egal. Es hatte Spaß gemacht..--)).

Der dritte Zeuge für meinen "flotten Tag" war ein allseits gut bekannter Fernsehmoderator, der im benachbarten HH-Bergedorf mit seiner Familie wohnt. Sie wollten um 12 Uhr abgeholt werden. Es war immer noch recht wenig Verkehr in der Stadt und so kam es, daß auch er kurz und erstaunt anmerkte:
  • "Hoppla, das ging aber fix heute. Nun haben wir ja noch eine Menge Zeit...!"
Morgen sitze ich erneut im Taxi, aber ich werde mich wohl ein wenig bremsen. Der Feiertag mit "Blitzerpause" ist nämlich dann vorbei..--)).