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Montag, 14. November 2011

Auszeit


Immer nur arbeiten ist auch blöd. Kleine Abwechslungen müssen sein und deshalb freute ich mich vor einigen Wochen darüber, daß meine lieben Verwandten am Niederrhein ein „Familientreffen“ planten. Für dieses Wochenende. Natürlich stellte sich für mich die Frage – wie fahre ich hin? Früher, zu Zeiten meines Angestelltenverhältnisses bei einer großen deutschen Fluglinie, tauchte die Frage nicht auf. Es wurde geflogen. Schließlich war´s günstig.

Aber heute ist das Fliegen in den Hintergrund getreten und ich weine ihm auch keine Träne nach. Denn mit der Bahn ist´s meistens billiger und entspannter. Und so kaufte ich ein Ticket via Hamburg und Düsseldorf an den Niederrhein nahe der holländischen Grenze. Natürlich reise ich nur voll ausgestattet: mit Buch, iPhone und Laptop. Es macht einfach Spaß. Außerdem haben die Züge der Bahn Stromanschlüsse an den Sitzen und... Halt! Alle Züge? Nein, nicht alle. Aber dazu komme ich gleich.

In Hamburg hatte ich ein wenig Aufenthalt und strebte sofort der „DB-Lounge“ entgegen. 






Ein zweites, kleines Frühstück schadet nie. 


Und gegen einen Kaffee hatte ich definitiv auch nichts. Der Zug nach Düsseldorf stand schon bereit, als ich 10 Minuten vor Abfahrt den Bahnsteig erreichte. Kein ICE, nur ein IC. Egal. Großraumwagen ist Großraumwagen, dachte ich. Meinen reservierten Platz fand ich schnell, aber – er war ohne Steckdose. Blöd. Ich hatte mich auf „arbeiten“ mit dem Laptop gefreut. Nun war ich auf das Durchhaltevermögen seines Akkus angewiesen? Getreu dem Motto „Nur wer aufgibt, hat verloren!“ suchte ich den Wagen unauffällig nach einer Stromquelle ab.

Da! Die ersten beiden Reihen hatten Steckdosen. Wieso nur diese? Nun, die Bahn hatte wohl die Kosten gescheut, alle alten Waggons mit den Anschlüssen nachzurüsten und stattete nur gesondert ausgewiesene „Comfort Seats“ damit aus. Mir war´s egal Die Plätze waren nicht reserviert und ich nahm Platz.

Neben mir, auf der anderen Gangseite, ein Päarchen. In den Vierzigern und mit Sicherheit Eigentümer irgendeiner Werbeagentur oder ähnlichem. Sie palaverten gerade darüber, daß sie „..eigentlich einen ICE..“ gebucht hätten für ihre „..252,- € Fahrpreis..“. Das hochnäsige Geschwafel ging mir schon nach ein paar Minuten auf den Geist. Glücklicherweise hatte ich meine Kopfhörer dabei und die Beiden schwiegen sich bald darauf zeitungslesend an.
Besonders „ihn“ konnte ich von vorne herein nicht leiden.

Als er sich hinter Bremen durch eine hastige Bewegung den noch recht heißen Kaffee über sein Beinkleid schüttete, konnte ich ein innerliches Lachen mir nicht ganz verkneifen...--)). Mies sein macht eben Spaß.

Mein Resümée zum Ende der Fahrt: angenehmer kann man kaum Reisen, schon gar nicht auf Strecken innerhalb Deutschlands. Selbstredend, daß ich die DB-Lounge in Düsseldorf sehr schnell fand..--))

Die Rückreise begann ebenfalls entspannt. Da ich am morgigen Montag bereits um 6.00 Uhr wieder im Taxi sitzen werde (im Übrigen die einzige Schicht in der kommenden Woche), nahm ich eine frühere Regionalbahn nach Düsseldorf. Was mir aber nichts brachte. Ein Zugwechsel hätte über 70,- € gekostet. Das war´s mir nicht wert. Machte auch nichts. Ich kannte Düsseldorf bislang nur vom Umsteigen (Bahnhof) oder Aussteigen (Flughafen).
Was lag also näher, bei diesem herrlichen November-Wetter mal die Altstadt der NRW-Landeshauptstadt zu besichtigen? Nichts.
Viele werden vielleicht nun fragen: „Was gibt’s denn in Düsseldorf schon zu sehen?“ Nun, zumindest die Altstadt ist besuchenswert. Es war schon merkwürdig. Als ich die U-Bahn an der Haltestelle „Heinrich-Heine-Allee“ verließ, zog es mich – wie von Geisterhand – Richtung Rhein. Wahrscheinlich haben das alle Rheinländer im Blut, diesen Zug zum Fluß..--))

Nach 10 Minuten Fußmarsch erreichte ich dann das Rheinufer und war begeistert.






Ein fantastisches Bild, finde ich. Aber – was wäre ein Besuch in Düsseldorf ohne Currywurst und Pommes?

Zwei Ecken weiter fand ich dann den „Pommes-Imbiß meines Vertrauens“..--))






Satt und zufrieden verbrachte ich anschließend die verbleibenden Minuten vor der Rückfahrt nach Norden in der schon vertrauten Lounge, bei Kaffee und Cola.

Dann saß ich wieder im Zug (ein Wagen der Schweizer SBB) und suchte schon wieder nach den Steckdosen..! Denn die gibt’s nur im ICE „serienmäßig“.