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Dienstag, 20. März 2012

Frust? - Fehlanzeige!

Aus "für gewöhnlich gut informiertem Kreis" habe ich heute gehört, daß wohl beim einen oder anderen Leser der Eindruck entstanden ist, ich hätte mittlerweile ein wenig "Frust" im Job aufgebaut..?! Habe ich so negativ von meinem Arbeitsalltag berichtet in letzter Zeit? Dessen bin ich mir nicht bewusst und daher möchte ich an dieser Stelle kurz schildern, was Frust verursacht hat in meinem Berufsleben:

  • Frust - der entstand, aufgrund von 5 Jahren in einem miesen Betriebsklima bei meiner letzten Firma 
  • Frust - machte sich breit in meinem Kopf, als ich merkte, daß der nebenberuflich in 2,5 Jahren Arbeit erworbene 2. kaufmännische Berufsabschluß nicht mehr das Papier wert ist, auf dem die Urkunde gedruckt wurde
  • Frust - bekam ich, als klar wurde, daß es für mich in dieser Firma, der ich 20 Jahre angehört hatte, keine Zukunft mehr gibt. Ausser, ich würde noch nebenbei ein Art "Abendstudium" betreiben...
  • Frust - der kam auf, als man mich bei der letzten Wahl zur Arbeitnehmervertretung plump und ohne Skrupel auf einen belanglosen hinteren Listenplatz setzte, obwohl ich 4 Jahre lang mir in meiner Abteilung mehr neue Feinde als neue Freunde gemacht hatte. 
Aber Frust als Taxifahrer? Weit gefehlt. Sicher, man ärgert sich des Öfteren über Fahrgäste, z.B. wenn sie nach einer professionellen und angenehmen Dienstleistung (sprich: Fahrt, Koffer tragen, Smalltalk) am Flughafen mal wieder den Begriff "Festpreis" zu buchstäblich nehmen. 
Diesen Ärger habe ich dann meist nach den ersten Kilometern schon wieder über Bord geworfen. Ich schleppe ihn nicht mit, wie den wirklichen o.g. Frust. 

Also - ich bin jeden Tag mit Spaß dabei! Aber wenn ich von negativen Begebenheiten berichte, dann nur, weil ich nicht über die positiven 10 Seiten schreiben möchte..--)).

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Und was gab´s heute aktuell an Positivem? Da wäre zum Beispiel Frau Hashimura (oder so ähnlich), die als eine von vielen japanischen Kunden, die wir wöchentlich fahren, heute ihre jährliche Routineuntersuchung im Bethesda Krankenhaus HH-Bergedorf über sich ergehen ließ. 
Ich sollte sie abholen und nach Harvestehude bringen. Ja, auch dort wohnen die Japaner..--)). Nicht nur im drögen Halstenbek. Schließlich gönnen sich die Führungsebenen auch hier angenehme "Unterkünfte". 
Wie auch immer. Ich begrüsste sie auf Englisch und bekam eine Antwort im perfekten Deutsch! Das kommt nicht wirklich oft vor. Genau genommen war es das zweite Mal für mich, daß ich mich mit einem fernöstlichen Kunden in meiner eigenen Sprache unterhalten konnte. Das erste Mal, so erinnerte ich mich, war´s nämlich auch Frau Hashimura..--)) Letztes Jahr eben. 

Es entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch über Politik, Deutschland, Japan, den Kaiser und den Bundespräsidenten. Sie fragte mich nach meiner Meinung über Merkel und Gauck und ich hatte Frage bezüglich der politischen Verhältnisse in Japan. Offenbar hatte sie recht häufig Kontakt mit der Politik in Deutschland, das ging aus dem Gespräch eindeutig hervor. 

Zum Schluß erreichten wir ihr Wohnhaus, ohne daß ich im Nachhinein sagen konnte, welche Route ich gefahren war...--)). 

Sie verabschiedeten sich mit den Worten:

  • "Vielen Dank - es hat Spaß gemacht..!!"
Wie soll da Frust aufkommen?