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Freitag, 2. März 2012

Vergeigt

Gestern Vormittag kam über Funk die kurze Warnung: "Am Bahnhof wird mit Radar-Pistole Geschwindigkeitsmessung gemacht!"


Das wollte ich mir ansehen und fuhr gleich zum Taxistand. Da standen sie, unsere Freunde in schwarz:


Kurz nachdem ich dieses Foto aufgenommen habe, waren sie weg. 

War doch nett, daß sie sich so auffällig und direkt vor die Taxizentrale gestellt haben, oder..--))?

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Jeder (Arbeits-)Tag ist anders. Das habe ich zwar schon mehrfach erwähnt, aber es bestätigt sich immer wieder. Heute Morgen hieß es um kurz vor 6 Uhr: durchstarten. Eigentlich hatten Kollege Norbert und ich uns schon auf den ersten Kaffee am Taxistand gefreut, aber es kam nicht dazu. Denn dort stand ein junger Mann, eben vom Kiez zurück gekehrt, der ganz schnell nach Hause ins Bett wollte. Gut, dann verschieben wir den Kaffee. 
Ich mach´s kurz: es wurde nichts draus. Den ganzen Vormittag nicht. Denn als der Kiez-Heimkehrer Zuhause abgesetzt war, rief ein anderer, schwer angeschlagener Nachtschwärmer an der ESSO-Tankstelle nach einem, der ihn nach HH-Billstedt bringt. 
Die Kombination "ESSO-6-Uhr-Billstedt" ließ es in meinem nachtschichterfahrenen Gehirn klingeln: klingt nach anstrengendem Kunden. 
Nicht ganz so schlimm kam es dann. Denn als der Gute, schwankend wie eine Palme im Sturm, in mein Auto einstieg und mir nach 5 Versuchen endlich klar sagen konnte, wie seine Straße hieß, schlief er auch schon ein. Ich schätzte, 10 Fahrminuten mit ihm standen mir bevor. Gute 11 brauchte ich und er bezahlte ohne Murren, einfach nur froh, Zuhause zu sein. Puh...

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Als nach einem geschäftigen Vormittag schon 14 Touren auf meinem Zettel notiert waren, passierte mir dann doch noch ein Lapsus.
Meine 15. Tour sollte nach Aumühle gehen. Ein älteres Ehepaar, das sehr oft mit uns fährt. Ich kannte also schon das Ziel, bevor die beiden überhaupt eingestiegen waren. Bei uns werden - nebenbei bemerkt - am Funk die Fahrtziele eher NICHT genannt. Ganz einfach deshalb, weil unser Konkurrenz-Unternehmen unsere Funkfrequenz abhört und sie uns oft schon Touren geklaut haben, weil sie schneller beim Kunden waren und wussten, daß es sich um eine lukrative Fahrt handelte. 

Aber meine Kollegin nannte mir den Namen des Paares und so wusste ich also auch schon ihre Zieladresse. Aus dem gleichen Ort haben wir am Freitag um 12.30 Uhr immer Frau H., eine Dialysepatientin, abzuholen. Ich schlug vor, daß ich im Anschluß Frau H. mitnehme und nach Reinbek bringe. 
Ein wenig brauchte ich, um das Ehepaar W. ausfindig zu machen, dann aber ging´s los. Wir quatschten und lachten während der Fahrt. Sie stiegen aus, es folgte noch ein Scherz - und ich drehte um. Zurück nach Reinbek. 

Gut 20 Minuten später, ich stand schon wieder am Bahnhof, fragte die Kollegin aus der Zentrale:
  • "Sag´ mal, was ist eigentlich mit Frau H.? Wolltest du sie nicht holen?"
Oh nein! Jetzt aber schnell! Mit nicht mehr ganz legalem Tempo brauste ich nach Aumühle, wo eine etwas konsternierte Frau H. mich schon am Parkplatz ihres Wohnstifts erwartete. Nachdem ich ihr mein "Mea culpa!" glaubhaft versichert hatte, stieg ihre Laune aber bis zur Dialyse auf das gewohnt hohe Niveau wieder an. 

Die Tour hätte ich beinahe 


vergeigt...!