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Donnerstag, 17. Mai 2012

Sternenkinder

Schlechter Organisation kann man nur gute Improvisation entgegensetzen. Anders geht´s nicht.

Zuerst lief alles planmäßig, nachdem ich um 15 Uhr meine "Schicht" begonnen hatte. Ich fuhr mit einem Mitarbeiter des Orga-Teams nach Dachau, wo bei einem Autohändler (der Auftraggeber-Marke) 7 Jugendliche im Alter von 15 - 16 Jahren auf uns warteten. Sie sollten zu einem Treffpunkt im benachbarten Oberschleißheim gebracht werden, wo dann ein Bus mit noch mehr Jugendlichen auf sie wartete.
Es handelte sich um die sog. "Sternenkinder", bzw. "Sternenträger", die vor dem CL-Finale die UEFA-Sterne auf den Rasen tragen, dort ein wenig koordiniert herum laufen und dann wieder verschwinden.

Wenn man so will, fuhr ich heute die ersten "Promis", zwar eher aus der 17. Reihe, aber immerhin. Diese Kinder würden für ein paar Minuten der ganzen Welt bekannt sein - und ich hatte einen Teil von ihnen gefahren. War das nichts..-))?

Der erwartete Bus war - natürlich - noch nicht da. Er kam auch nicht. Nach einem Telefonat des Betreuers mit dem Fahrer des Busses stellte sich heraus, daß er noch irgendwo in München feststeckte. Man wäre so in "..gut 20 Minuten.." am Treffpunkt.
Die Jugendlichen hinter schnieften gelangweilt. Wir warteten. Und warteten. Nichts. Schließlich telefonierte der Betreuer erneut und da der Bus immer noch in M.-Schwabing hing, vereinbahrte man, daß wir nun direkt zum Stadion fuhren und alle sich dort treffen wollten. Warum eigentlich nicht gleich?

Die Einfahrt zum Stadion war die nächste Pleite. Dort an der Schranke erklärte uns ein bayerisches Urgestein mit sächsischem Akzent, daß wir ohne Akkreditierung nicht ins Gelände kämen. Also - umdrehen und auf der Zufahrtsstraße auf den Bus warten, der - nach einem erneuten Telefonat - mittlerweile am ursprünglichen Treffpunkt vorbei fuhr..????!!
Den Busfahrer hätte ich gerne mal gesprochen.

Meine jungen Fahrgäste waren genervt und gelangweilt, was ich verstehen konnte. Sie kannten sich nicht, daher kam auch keine große "Stimmung" auf, wie es sonst der Fall ist, wenn Freunde zusammen auf Tour sind. Mein Glück. So blieb es still im Auto..

Still und stilvoll war es für mich später dann auch. Da ich erst um 21.00 Uhr wieder los musste, um die Halbwüchsigen abzuholen, gönnte ich mir lesen und Musik hören an der Hotelbar.


Ein Mischung aus Soul und Jazz "streichelte" meine Ohren..--)). Arbeit kann schön sein!

Zurück lief alles glatt. Auch die Jugendlichen waren wie aufgetaut und wirkten plötzlich, weil sie sich nun kennen gelernt hatten, richtig lebendig. Gegen 21.30 Uhr setzte ich alle wieder in Dachau, wo sie von ihren Eltern abgeholt wurden.

Um 22.15 Uhr war Schluß für heute. Ab zur Unterkunft, aber nicht, ohne nochmals an der Arena vorbei zu fahren...