Besucher

Freitag, 24. August 2012

Der Spreizer

Den Begriff hat noch niemand gehört? Dann empfehle ich 2 x 25 Minuten Taxi fahren mit Herrn M. aus Hamburg!
Danach weiß man mehr über Darmkrebs und dessen Diagnosemethoden und Behandlung, als man je wissen wollte. Im Kollegenkreis heißt Herr M. eigentlich nur noch "Ach, DER!" und niemand ist scharf auf Fahrten mit ihm. Dabei ist M. eigentlich ein sympathischer, gemütlicher Mann Ende 50. Aber meine Fahrten mit ihm ins St. Georg Krankenhaus werden immer schneller. Mittlerweile bin ich bei gut 22 Minuten Fahrtzeit angekommen. Von ehemals 25 Minuten. Liegt wohl an dem Wunsch, ihn möglichst schnell an die Bestrahlung weiter zu reichen.

Gestern stellte ich ihm zu Beginn nur die harmlose Frage, wie oft er denn noch Termine hätte. Was folgte, war ein Monolog in dem er alle Einzelheiten seiner Krankheit - offensichtlich Darmkrebs - ausbreitete. Wie man überhaupt drauf kam, dass er die Krankeit habe, über die Diagnosemethode, bis hin zur Beschreibung des Gefühls, welches er momentan beim Verrichten des "großen Geschäfts" verspüre..! Lecker! Wir erreichten St. Georg just in dem Moment, als er mir beschrieb, wie es rund um seinen Schließmuskel nun aussähe - alles rot und verbrannt wegen der Bestrahlung. Super! DAS wollte ich schon immer wissen.

Auf der Rückfahrt zog ich sanft die Bremse und führte ihn vom Thema weg. Aber das gelang nicht ganz, schließlich wollte er mit wohl noch vom Instrumentarium seines Arztes erzählen, der einen "Analspreizer" benutzt hatte!

Ich glaube, die Rückfahrt hat nur 21 Minuten gedauert.