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Freitag, 24. August 2012

Draufgezahlt

Die innere "Schwarze Liste" bekam gestern einen neuen Eintrag. Kein überheblicher B-Promi und auch kein sich selbst überschätzender Manager aus der 2. Reihe einer Mittelstandsklitsche. Nein, es ist eine junge Physio-Therapeutin aus einem Nachbarvorort Hamburgs.

Die Adresse war ich noch nie angefahren, daher hatte ich keine Vorstellung, wer denn kommen sollte. Unsere Funkerin gab mir kurz vor dem Termin noch den Hinweis, die Kundin käme auf Krücken. Gut, daraufhin fuhr ich recht dicht ans Grundstück und gleich darauf sah ich sie auf mich zu humpeln. Eine Frau Anfang 30, sympathisch und hübsch. Ich spulte das passende Serviceprogramm ab: Tür öffnen, Krücken abnehmen, einladen und Tür schließen.
Wir fuhren die kurze Strecke zum Arzt und ich bekam - wie üblich - die Krankengeschichte in Kurzform erzählt. Ein paar freundliche Nachfragen und schon waren wir am Ziel.

• "Das macht dann 6,20 €, bitte."

Sie kramte in ihrer Tasche, zog 10€ heraus und gab sie mir. Mehr nicht. Ok., die Freude blieb aus, ich suchte nach Rückgeld. Verdammt..! Ich hatte nach der letzten Fahrt vergessen, zu wechseln. Nur noch wenige Münzen waren übrig. Das reichte nicht.

• "Haben Sie vielleicht 1,20€?"

So könnte ich glatt 5€ raus geben. Hatte sie nicht. Statt dessen meinte sie:

• "Ach, wenn's um 20 Cent geht, dann lassen Sie mal.."

Konnte sie nicht rechnen? Gäbe ich 4€ raus, hätte ich ja Geld drauf gelegt!?
Ich entschuldigte mich und ging in den Supermarkt nebenan. Dort wurde mir, nach dem üblichen Rumzicken, gewechselt.

Allerdings stellte ich zu spät fest, dass ich immer keine 3,80€ passend hatte. Sie kramte noch einmal und fand Kleingeld: 15 Cent!

• "Dann geben Sie mir jetzt die 4€ und auf den Rest soll's mir nicht ankommen.."

Wie generös! Ich sah sie an.

• "Interessant. So zahle ich aber noch drauf! Vielen Dank..--((!"
• "Ach, da habe ich mich wohl verrechnet!?"

Ich sagte nichts mehr. Aussteigen, Krücken raus, Beifahrertür auf und Tschüss! Solche Diskussionen sind mir so zuwider wie Magen-Darm-Probleme.
Allerdings konnte ich bei ihr nicht erkennen, dass es ihr unangenehm war oder gar peinlich.

Manche Menschen merken einfach nichts (mehr).