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Freitag, 11. März 2011

Kindergarten

In Zeiten von vielen öffentlich gewordenen Kindsmißbräuchen und auch -entführungen mit schrecklichem Ende hat mich ein Erlebnis am heutigen Nachmittag doch zum Nachdenken gebracht.

Wir holen seit einiger Zeit ein (körperlich) leicht behindertes Mädchen vom Kindergarten in Hamburg ab und fahren es nach Hause. So weit so schön. Ich hatte diese Tour bisher noch nie, aber heute bekam ich sie dann doch mal. Simple Sache. Gut 20 Minuten in die "City", Mädchen abholen und 20 Minuten zurück.

Was aber bei mir Kopfschütteln hervor rief, war der Ablauf, als ich am Kindergarten ankam. Dieser liegt ein wenig versteckt und als ich ihn gefunden hatte, stelle ich mein Auto gut 20 Meter weiter auf den Gehweg und lief das Stück zurück. Ich klingelte, es summte der Türöffner und ich betrat den Kindergarten. Eine Kindergärtnerin kam mir entgegen, fragte nach meinen "Wünschen".

  • "Hallo! Taxi, ich soll die kleine Sabine (Name geändert) abholen..!"

  • "Ach ja, sie ist draußen. Sind Sie nicht mit dem Wagen in unsere Einfahrt gefahren?"

  • "Nein, die habe ich übersehen. Ich bin zum ersten Mal da."


Ich wurde nach Draußen zu der Kleinen gefüht, nahm ihre Sachen und verschwand mit ihr durch´s Tor. Keine weiteren Nachfragen. Niemand vergewisserte sich, ob ich WIRKLICH der Taxifahrer war.

Angenommen, einer meiner Kollegen hätte einen latent pädophilen Bekannten und diesem von den Fahrten erzählt? Was ist einfacher für diesen Kranken, als hinzufahren, sich als Taxifahrer auszugeben, der seinen Wagen um die Ecke geparkt hat und das Mädchen mitzunehmen?

Wäre es mein Kind, ich würde täglich mir den Namen des abholenden Fahrers geben lassen und den Kindergarten informieren, von wem meine Tochter abgeholt wird.

Aber es ist nicht mein Kind und deswegen darf ich mich weiter wundern.