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Mittwoch, 22. Februar 2012

Kurz vor Dänemark

So ganz begeistert war ich heute Morgen nicht, als mir eröffnet wurde, daß ich statt eines Kollegen unseren lieben Stammkunden Dr. P. zu einem Arbeitstag nach Schleswig chauffieren sollte. Und nicht hin - nein, ich sollte doch 4 - 5 Stunden warten und ihn auch wieder zurück bringen..--((.

Nichts gegen Dr. P., ich mag ihn. Wirklich. Aber finanziell sind solche Touren für uns Fahrer nicht lukrativ, denn er fährt gegen Rechnung. Punkt. Kein Bargeld. Nichts.
Egal, es sollte so sein.

Tja, Schleswig. Mein zweiter Gedanke war: Was mache ich 4 Stunden in Schleswig? Ist es eine hübsche Stadt? Ich vermutete es mal. Hoffentlich spielte das Wetter mit.

Ca. 150 km weiter und 1,75 Stunden später bekam ich die Antwort, nachdem ich Dr. P. an seinem Ziel abgesetzt hatte: Ja. Hier würde ich als "Städte-Besichtiger", Hobbyfotograf und an Geschichte sehr interessierter Mensch 4 Stunden lang mich beschäftigen können. Auch im Februar bei nur + 5 Grad.


Nachdem ich mir an der ziemlich verwaisten Tankstelle (kein Wunder bei DEN Spritpreisen momentan) ein kleines Frühstück gegönnt hatte, parkte ich den Wagen in der Nähe des Doms. 


Das war nah genug, denke ich.

Rund um den Dom gibt es den "Holm", einen Teil der Altstadt. Im Sommer sicher ein sehr hübscher Ort für Freunde von alten Häusern und Marktplätzen. Leider ließen es die Temperaturen nicht zu, daß ich mir hier einen schönen Cappucino gönnte...


Nach der Altstadt ging´s zum Schlei-Hafen hinunter. Die Schlei, eine Art "Fjord der Ostsee", wurde meines Wissens deutschlandweit durch die Serie "Der Landarzt" bekannt.


Gegenüber der Bucht findet man restaurierte Wikingerdorf "Haithabu", welches ich mir als letzten Besuchspunkt ausgesucht hatte. Allerdings ging ich nur bis zur Kasse, denn man wollte von mir dort 7,- € Eintritt haben, obwohl die Häuser - um die es ja geht - im Winter bis März geschlossen sind! Nein danke, ein anderes Mal vielleicht..

Direkt am Stadtrand liegt das Schloss Gottorf, dessen erster Vorläufer-Bau bereits um 1160 entstand. Das heutige Schloß steht seit 1702:


Zu guter Letzt meines Kurzaufenthalts nahe der dänischen Grenze meldete sich dann doch nochmal der Hunger. Pommes? Pommes! Mir war im Vorbeifahren ein kleiner Imbiß aufgefallen. Dieser war so wohltuend anders als viele, die ich kannte: Sauber, ziemlich neu und die beiden Damen hinter der Theke wirkten sehr "niveauvoll". Zudem waren sie offenbar einheimischer Abstammung. Eine seltene Mischung.
Hinzu kamen die Preise. Die Portion Pommes namens "Wikinger" bekam ich mit Mayo, Ketchup und gehackten Zwiebeln. Für 1,30 €! Den merk´ ich mir..--))

Ich frage mich nur, warum ich heute Abend so müde bin? Nichtstun ist offenbar anstrengender als man glaubt.